Los geht´s – Flughafen Köln/Bonn, 10.08.2015-
Nach tränenreichen Abschieden (ich), Liebesbekundungen (die Anderen), Fast-Nervenzusammenbrüchen und Fast-Burn-out (ich) und wundervollen Treffen (Alle) geht es jetzt los.
Vor Anspannung ist mir ganz flau, aber…. ich hab es ja so gewollt.
Ein Abschieds-Geleit-Trupp macht es mir schöner und schwerer am Flughafen.
Sobald wir abheben, bin ich aber in meinem natürlichen Begeisterungs- Modus für das Schöne. Wie wundervoll unser Planet von oben mit seinen Ackerwirtschaftsmustern und dem beeindruckenden Lichtermeer der Städte bei Nacht doch ist.
Wir stoßen durch die Wolkendecke, die ihren Inhalt an meinem letzten Tag über Bonn ergoss.
Strahlendes, unendliches Blau und darunter Wolken- Berge- Landschaften. „Über den Wolken…muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ im Ohr und im Herzen komme ich in dem Moment zur Ruhe. Gut, denn die Letzten Tage waren doch von der Panik vor dem Unbekannten geprägt. Sind anscheinend Geburtswehen, wenn man seinem Herzen folgt. Sich vom Alten, Vertrauten zu lösen und das Neue ist noch nicht da, das macht Angst.
Doch die Belohnung beginnt schon beim Ersten Schritt. Hier oben weiß ich, dass Alles richtig ist. Was auch immer kommen mag, dieses Ankommen (obwohl ich wegfliege) findet im Herzen statt, wenn man seinen Weg geht. Habe ich noch nie so intensiv empfunden wie jetzt.
Und dennoch hat Alles seinen Preis im Leben. Eine Schamanin sagte einmal, neidisch sind die, die nicht bereit sind, für Etwas den Preis zu zahlen. Das stimmt, weiß ich, was die Personen alles tun und aufgeben müssen um reich, verheiratet, erfolgreich, schön etc. zu sein? Nein!
Und das ist auch nicht schlimm, Jeder tut es, so gut er kann. Jeder.
Ich muss eine Weile darauf verzichten, meine Freunde und Familie zu umarmen, an deren Leben direkt teilzunehmen, darf nicht in meinem Wasserbett schlafen, habe eventuell nicht immer nachts meine heiß geliebte Ruhe, lasse mein schönes Bonn hinter mir und vieles, woran ich jetzt noch nicht mal denke.
Einen Preis kostet es, aber es wird sich für mich lohnen, denn es ist mein Weg.
Dann nehme ich es auch in Kauf, eine Nacht am Flughafen zu schlafen, obwohl ich es hasse, durch Klimaanlagen auf Tiefkühlkosttemperatur heruntergeregelt zu werden.

Gerade einen netten Schnack mit den portugiesischen Ladies an der Theke beim Frühstückkauf gehabt. Begeisterung, Verwirrung und strahlende Lächeln schlagen mir entgegen, als ich um ein Foto bitte. Ebenso noch die Nachfrage nach meinem Blog.
Zum ersten Mal fühle ich mich anders, hier im Flughafen Café sitzend und Buchstaben in die Tasten des Lappie`s hämmernd. Anders und gut.


